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Ijob … und seine Botschaften

Verdammt … gerade habe ich mit Ulf telefoniert. So wie es aussieht wird es nix mit „Fordfahren“ in 2019. Es finden sich mehr und mehr unglaubliche Dinge bei dem Fahrzeug. So wie in Silikon gelagerte Lampenkästen. Auf- und verklebte Bleche wohin man den Schraubenzieher auch reinsteckt. Ende Dezember/Anfang Januar kommen neue Bilder des Grauens … hoffen wir mal die Resto der Landmaschine verläuft besser. Die ADAC Mittelrhein Meisterschaft wollen wir kommendes Jahr mit einem „roten“ Auto bestreiten. Der 911er ist eine geile Fahrmaschine, aber wer Classic Rallyes fährt weiss, daß es davon immer viel zu viele im Starterfeld gibt. Mit etwas außergewöhnlicherem macht es am Ende allen einfach mehr Spaß.

Bestandsaufnahme #1

Gestern kamen die ersten Bilder von Ulf. Nix für schwache Nerven. Wer als also einen empfindlichen Magen hat schaut sich die Bilder besser nicht an.

Ich zitiere: „Der linke Stoßdämpfer hält eigentlich nur noch durch die innere Schraube und das Fahrzeuggewicht. Der untere Bereich der A-Säule ist quasi nicht mehr vorhanden, der Reparaturschweller wurde von einem Karosseriespezialisten gekürzt und einfach unter den Kotflügel geschoben.“

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Das Word „Aufgeben“ habe ich aus meinem Wörterbuch schon lange gestrichen. Ich vertraue auf Ulfs Künste und freue mich schon auf das Ergebnis. Da einer der beiden Kotflügel schon ein GFK Modell ist, werde ich den 2. den ich mit dem Wagen bekommen habe ebenfalls verwenden. Eigentlich wollte ich Blech, aber GFK spart an der Stelle Zeit und Geld.

Es wird bestimmt bald weitere Horrorbilder geben … immer mal vorbei schauen …

Das Abenteuer Restaurierung beginnt …

… am 27. April ist der 17m mit Ulf nach Grafschaft gefahren um dort die dringend notwendige Frischzellenkur zu bekommen. Wir haben ein Budget vereinbart und nun schauen wir mal dabei heraus kommt. Erste Handlung ist eine Runde Trockeneisstrahlen um den ganzen Unterbodenschutz aus dem Weg zu bekommen. Am 13.05. schauen wir uns das Desaster in Grafschaft an und dann werden Prioritäten festgelegt. Die Karosse braucht viel neues Blech und im Anschluss Farbe. Der Motor will mindestens ein paar neue Stirnräder, wenn nicht eine komplette Überholung. Das Fahrwerk braucht Zuwendung. Innen muss wenigstens der Fahrersitz repariert werden. Aber eigentlich müssen alle Sitze raus und überholt sowie neu bezogen werden. Von weitem sieht man es nicht, aber wenn man näher hinschaut merkt man schon wie viel Zuneigung der Wagen braucht. Sofern es etwas vom Fortschritt zu berichten gibt wird es hier berichtet werden….

Der Kauf

Es braucht einen Motor, vier Räder und muss mich von A nach B bringen – das war bislang meine Definition für ein Auto. Aber es gibt gute Gründe, warum sich das ändern kann.

Seit ich mit meinem Mann zusammen bin, erzählt man mir die Geschichte, er habe schon seit dem zarten Alter von drei Jahren auf der Autobahn aus 3 km Entfernung alle Fahrzeug-Hersteller samt Typenbezeichnung an den Rücklichtern erkennen können. Und tatsächlich hat seine Begeisterung für Autos ein klein wenig auf mich abgefärbt. Nicht, dass mich Hubraum oder Pferdestärken sonderlich interessieren würden und ich technische Informationen einen Tag später sowieso wieder vergessen habe. Aber es sind die Geschichten, die man mit einem Fahrzeug verbindet, die auch bei mir ein Verständnis für den Reiz alter Autos wecken.

Ob bei Familienfesten in Erinnerungen geschwelgt wurde, beim Betrachten der alten Super8-Filme meines Schwiegervaters oder beim Austausch mit anderen Auto-Narren – ein Fahrzeug kam bei meinem Mann immer wieder zur Sprache: der Ford 17M P7b. Wie mit strahlenden Kinderaugen berichtet er noch heute davon, dass er sich auf langen Urlaubsreisen auf der Rückbank zusammenrollte oder wie er zu Hause in der Einfahrt im Auto seines Vaters Autofahren spielte. Und schlussendlich auch davon, wie bitterlich er weinte, als das Familienauto eines Tages nicht mehr zu reparieren war und abgeholt werden musste.

Also wollte ich mich auf die Suche nach einem Ford 17M P7b machen. Ich stellte mich schon darauf ein, dass diese Suche länger dauern würde und wollte in den nächsten fünf Jahren (bis zum 50. Geburtstag meines Mannes) fündig werden. Aber es sollte anders kommen.

Ich sitze vor dem Rechner und surfe im Internet. Nur so zum Spaß klicke ich mich bei mobile.de durch die Website und gebe den Suchbegriff 17M ein. Ein Treffer. Wunderbar, den schaue ich mir doch mal an. Super, er ist rot. Das passt und gefällt mir. Die Fotos sehen schön aus, die Beschreibung ist knapp. Also gleich die ADAC-Kaufberatung aufgerufen. Rost ist das Hauptproblem beim P7b, damit habe ich gerechnet. Unter den Schwachpunkten finde ich aber auch Punkte wie Wagenheberaufnahmen, Novotex-Stirnräder und Fahrwerksbuchsen. Was soll ich denn damit anfangen? Natürlich kann ich den Verkäufer am Telefon danach fragen. Aber was, wenn ich die Antwort noch nicht einmal verstehe? Ich rufe trotzdem an, bekunde mein Interesse an dem Wagen, stelle ein paar unverfängliche Fragen und gebe zu, dass ich keine Ahnung von Autos habe. Da der Verkäufer mich freundlich darauf hinweist, dass es von Vorteil wäre, das Auto mal anzusehen, kümmere ich mich um einen Besuchstermin.

Der 17M steht zweieinhalb Stunden von uns entfernt. Da komme ich ohne den großen Aufwand, die Kinder wegzuorganisieren, nie hin und zurück, ohne dass mein Mann etwas merkt. Außerdem – was habe ich von einem Besichtigungstermin vor Ort, wenn ich als Laie den Wagen sowieso nicht beurteilen kann. Ein Experte muss also her. Der einzig mir bekannte Karosseriebauer empfiehlt mir seinen Oldtimer-Sachverständigen. Aber der müsste ja auch erst anreisen. Da fällt mir ein guter Freund ein, der in der Gegend wohnt. Schnell ist mit ihm ausgemacht, dass er und sein Kumpel sich den 17M am Wochenende ansehen. Ich bin erleichtert.

Während die beiden das Auto in Augenschein nehmen und mir die neuesten Infos zukommen lassen wollen, kann ich nicht telefonieren. Mein Mann ist zu Hause. Also werde ich per SMS auf dem Laufenden gehalten. Das Fazit: das Auto ist in Ordnung, zu dem Preis kann ich nichts falsch machen, ich soll zuschlagen. Am nächsten Tag schaffen wir es endlich unbemerkt zu telefonieren und ich kann anschließend den Verkäufer anrufen. Es gibt keinen Diskussionsbedarf, wir sind uns schnell einig und tags darauf bekomme ich den Kaufvertrag. Unterschrift drunter und fertig. Ich habe das erste Auto meines Lebens gekauft und kann es gar nicht fassen. Innerlich strahle ich wie ein Honigkuchenpferd.

Für mich ist so ein Autokauf Neuland. Wunschkennzeichen reservieren, Versicherung abschließen, zur Zulassungsstelle fahren … selbst das Schilder-Machen ist spannend. Und alles besonders aufregend, weil geheim.

Dann gehen ein paar Wochen ins Land, während der 17M noch friedlich im Rheinland steht. Nach Ostern ist es endlich soweit, der Wagen wird zu meinen Eltern geliefert, wo er bis zur Übergabe bleiben kann. Ich bin aufgeregt und darf mir nichts anmerken lassen. Außer meinen Eltern weiß keiner Bescheid, aber die werden von meiner Freude angesteckt und sind auch ganz gespannt. Und dann rollt er auf seinem Anhänger vor: ein Traum in rot. Und ich bin sofort in ihn verliebt. Als ich die Schlüssel in die Hand gedrückt bekomme, schlägt mein Herz schneller. Beim ersten Probesitzen versinke ich seufzend in den Kissen. Und als der Motor anspringt, klatsche ich vor Begeisterung wild in die Hände.

Nun steht die erste Probefahrt an. Nachdem der Motor ein paar Minuten warm gelaufen ist, rangiere ich das Schiff aus der Einfahrt. Eine ganz ordentliche Arbeit, so ohne Servolenkung. Ich schlage also den Weg zur Tankstelle ein (Bleiersatz habe ich schon besorgt) und stelle mir gleich die entscheidende Frage, wo der Tankdeckel ist. Also halte ich noch einmal an, um nachzusehen, denn ich will mir ja keine Blöße geben. Rechts ist er nicht – links aber auch nicht. Ups. Zuerst überlege ich, meinen Schwiegervater anzurufen. Der hatte ja einen 17M und muss es wissen. Aber zu Zeiten von google finde ich auch so schnell heraus, dass er hinterm Nummernschild versteckt ist. Na also. Auf dem Weg zur Tankstelle spüre ich schon die Blicke, die das Auto auf sich zieht. Dort angekommen, werde ich gleich in ein Gespräch verwickelt. Merke: wer einen Oldtimer fährt, darf nicht kontaktscheu sein.

Dann ist er da, unser 18. Hochzeitstag. Zufällig haben die Kinder frei und wir haben angekündigt, Markus zum Mittagessen abzuholen. Leider sind wir ein bisschen zu früh und drehen noch eine Runde, damit der Überraschungseffekt größer ist. Schon von Weitem sehen wir meinen Mann auf dem Parkplatz stehen. Erst schaut er in eine andere Richtung. Dann sieht er den P7b und guckt interessiert. Erst auf den zweiten Blick erkennt er, dass seine Familie in dem Wagen sitzt. Was in diesem Moment in seinem Kopf vorgeht, weiß ich nicht. Aber als ich ihm mit den Worten „Der ist für Dich“ die Schlüssel überreiche, ist er völlig überwältigt.

Später erfahre ich, dass er zuerst gedacht hat, wir hätten das Auto nur für einen Tag gemietet. Dass es wirklich seiner ist, kann er nicht fassen. Während des gesamten Mittagessens schüttelt er immer wieder ungläubig den Kopf. Auch ich grinse über beide Backen, denn der Plan ist aufgegangen – Überraschung gelungen!

Hochzeitstag

Es gibt Tage die man wahrscheinlich nie vergisst. Der Tag der eigenen Hochzeit ist sicherlich so einer. Aber auch der 18. Hochzeitstag wird in die Familiengeschichte eingehen. An diesem Tag bekam meine Garage unerwartet Zuwachs.
Mein 17m

Die Geschichte wie meine Frau den Wagen gefunden, warum sie ihn gekauft und dann mir geschenkt hat, wird sie selbst erzählen müssen. Einen ähnlichen P7b kaufte mein Vater im Jahr meiner Geburt. Damals ein Auslaufmodell. Einen 17m mit 2 Türen, in diesem Rot und 75 PS mit manueller Gangschaltung. Ich habe meine halbe Kindheit in diesem Wagen verbracht und viele Erinnerungen an Urlaube nach Jugoslawien, Spanien, Frankreich, England. Autos gehörten leider nicht zu den Leidenschaften meines Vater, so wurde das Auto nicht oft abgelichtet. Aber ein paar Screenshots von alten Super 8 Filmen zeigen den 17m meiner Kindheit.

17m_1972

17m_1972
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Nun habe ich einen sehr ähnlichen Wagen in meiner kleinen Sammlung und freue mich auf dieses Projekt.

Im Gutachten des TÜV bekam er eine Zustandsnote 3. Ich möchte behaupten es könnte auch eine 4 sein. Die Technik wurde bereits teilweise angefasst und repariert. Er hat TÜV bis 06/2018. Das Blechkleid ist in einem schlechten Zustand. Das Innenleben erscheint mir weitestgehend vollständig und dem Alter entsprechend. Mit etwas mehr als 41tkm (laut Gutachten möglich, Tacho aber 5 stellig) ein Leben lang in Familienbesitz einer „Ford“ Familie.

Familienbesitz von 1971 bis 2017

An der Quelle sitzend scheint schon sehr früh jemand die V4 und 17m Embleme gegen V6 und 20m Embleme getauscht zu haben. Der Wagen hat sicherlich eine Geschichte, der ich gerne auf den Grund gehen möchte. Ausserdem möchte ich ihn mehr oder weniger so belassen wie er ist. Er wird nicht restauriert, er wird repariert um seine Patina und seine Geschichte zu erhalten.

Nun bin ich auf der Suche nach Informationen, Literatur und Gleichgesinnten zu diesem Fahrzeug. Die Internetrecherche ergab auf Anhieb nicht viel. Das bin ich von meinen anderen Projekten anders gewöhnt. Aber ich bin mir sicher ich werde auch hier fündig. Zum einen weist die Ford Website erfreulicherweise Spezialisten aus, an welche man sich wenden darf. ( Habe ich auch schon getan und prompt Antwort erhalten! ? ). Zum anderen haben wir einen ausgewiesenen Ford und Oldtimer Spezialisten im Motorsport Club Bingen dessen Mitglied ich bin. Ich freue mich auch schon auf die erste Oldtimerrallye mit dem Wagen. Er scheint mir prädestiniert dazu.

Es wird ein spannendes Projekt und wie immer heisst es auch hier: Willkommen in meiner Garage!